Tiefenkontakt

fühlend verstehen wollen

Über den Sinn der Wolfsshow – (in der GFK)

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Rumwolfen – Teil 1

Der sprichwörtliche Wolf (in uns) hat seinen Auftritt im GFK-Prozess in der Wolfsshow. Beim Rumwolfen geht es darum sich seine Gedanken und Urteile (wieder) bewusst zu machen. Und das in dem Bewusstsein, dass diese Wolfshow nicht die Wahrheit ist.

Rumwolfen heißt, mal so richtig vom Leder zu ziehen. Beispiel: „Der Idiot, weiß der sich nicht zu benehmen. Kein Respekt. Der müsste mal einen GFK-Kurs besuchen.“ Rumwolfen dauert meistens viel länger und kann sich auch gegen sich selbst richten: „Ich lass‘ mir auch alles gefallen. Dem hätte ich mal richtig die Meinung sagen sollen. Immer bin ich die Dumme!“

Manche Menschen sind so gut erzogen, dass sie laut keine Verurteilungen über andere (oder sich) äußern können oder wollen. Die Gefahr ist, dass die Urteile ins Unbewusste abrutschen. Dann nimmt man die Urteile bestenfalls noch körperlich war, z.B. als Bauchschmerz oder dumpfes Unwohlsein. Analysieren ist da salonfähiger, es erscheint so verständnisvoll. „Das ist einfach ein Scheidungskind. Man sieht ja, was dabei rauskommt, wenn jemand den ganzen Tag alleine ist. Man muss halt Nachsicht haben mit den Jugendlichen (Ausländern, Alleinerziehenden etc.).“

Analysieren gehört zum Rumwolfen, da es eine Form des Urteilens ist. Das Urteil „Scheidungskind“ wird in eine Theorie gepackt und mit mehr oder minder offensichtlichen Beweisen belegt. Der Effekt auf die Menschen, die analysiert werden, ist dem des Verurteilens sehr ähnlich. Wie unangenehm das ist, merkt man selten, wenn man es macht, und ganz schnell, wenn es einem passiert.

Warum ist Rumwolfen gut? Es bringt uns in Kontakt mit dem, was verändert werden muss, und liefert gleich die notwendige Energie mit. Wut ist damit eine treibende Kraft für Veränderungen, denen viele Menschen ängstlich begegnen. Auf das Rumwolfen zu verzichten, kann heißen, das, was mich antreibt, nicht zu erkennen. Dabei bleibt nicht nur verborgen, was mir wichtig ist, sondern auch, wie wichtig mir es ist. Das werde ich erst spüren, wenn die Wut im Bauch Platz bekommt.

Die destruktiven Effekte der Wut und des Rumwolfens sollen damit nicht unter den Tisch gekehrt werden. Hier ein paar Tipps zum Rumwolfen. Mache das nie vor der Person, die der Auslöser deiner Wut war/ist. Rumwolfen kann man gut auf dem Klo, im Wald, im Auto (und bitte auf Radfahrer achten)  oder vor unbeteiligten Freunden. Um destruktives Verhalten zu vermeiden, empfehle ich anschließend die vier Schritte der GFK als Vorbereitung auf den Konflikt.

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Autor: Regine

Seit 2011 biete ich Kurse in Gewaltfreier Kommunikation in Hamburg an. Meinen Traum, von der GFK leben zu können, habe ich mittlerweile losgelassen und freu mich an der nebenberuflichen Tätigkeit. Der Stress, den Unterhalt zu verdienen, ist weg und die Begeisterung für die GFK und diese schöne Arbeit ist wieder da. Was mich an dieser Kommunikationstechnik so begeistert, ist, dass sie einem neue Erkenntnisse über sich selbst schenkt und eine echte Hilfe ist, die „merkwürdigen“ Dinge, die andere sagen und tun, auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Mein absolutes Steckenpferd ist das Rollenspiel von aktuellen Konflikten. Ich kenne nichts, was näher an einem echten Gespräch heranreicht und auch nichts, was so eine Wirkung entwickelt, obwohl nur eine Konfliktpartei anwesend ist. Erstaunlich oft lösen sich nach dem Rollenspiel Konfliktsituation von alleine auf. Und immer bietet es die Gelegenheit, einen Konfliktverlauf zu erleben, den man so nicht hat vorstellen können. Neben dem Forschen nach Bedürfnissen, versuche ich die Gefühle und Urteil auszuloten. Für mich ist nichts ist so wichtig, wie den Mensch als Ganzes anzuerkennen, mit allen Kanten, unerlaubten Gedanken, Gefühlen und Veränderungswünschen.

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