Tiefenkontakt

fühlend verstehen wollen

„Wie geht es dir?“ – warum fragen wir das?

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„Wie geht es dir?“, ist die Frage nach den Gefühlen. Viele halten sie für belanglos, aber ist sie das auch? Warum fragen wir dann jedes Mal wieder, statt sie wegzulassen, und das, obwohl viele Menschen denken, dass die Antwort doch nicht interessiert?

Neben der Funktion, ein angenehmes Gesprächsklima herzustellen und Interesse zu bekunden, ist die Frage auch inhaltlich für uns überaus wichtig. Das kann man daran erkennen, dass wir unser Verhalten entscheidend davon abhängig machen, wie unser Gegenüber (gefühlsmäßig) drauf ist. Zum Beispiel: Sprechen wir ein schwieriges Thema an oder lassen wir es. Erzählen wir einen Witz oder lieber nicht. Wenn wir nur die Standartantwort erhalten: „Danke, gut!“, dann suchen wir in der Körpersprache unseres Gesprächspartners nach Bestätigung oder Gegenanzeichen. Stimmen Worte und Körpersprache nicht überein, kann sich das negativ auf das Gesprächsklima und den Kontakt auswirken. Doch die Irritation oder das Misstrauen wirkt meistens unbewusst.

Bei der Frage: „Wie geht es dir?“ gilt es auch den sozialen Kontext zu berücksichtigen. D.h. in einem Arbeitskontext interessiert sich mein Chef zu recht nicht dafür, dass ich verliebt bin und überglücklich. Meinen Stress (Gefühl) auf der Arbeit wird ihn dagegen interessieren. Wenn ich so unzufrieden bin, dass ich bald kündige (Strategie, um mein Bedürfnis nach Schutz zu erfüllen), ist die Antwort: „Danke gut!“ auch für ihn schädlich.

Dass das Äußeren von negativen Gefühlen trotzdem nicht populär ist, liegt in unserer Gehirnstruktur begründet. Da gilt das einfache Muster: „Negatives vermeiden“ (und bei Positivem „mehr davon“). Deshalb kann der Mut, Unangenehmes anzusprechen (und zu fühlen), nicht hoch genug geschätzt werden.

Und spätestens jetzt ist es im Gespräch wichtig, Fakten und Gefühle zu benennen und Ziele in Form von Motivationen deutlich zu machen, um dann auf Strategiesuche zu gehen.

Autor: Regine

GFK-Trainerin und vieles mehr.

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