Tiefenkontakt

fühlend verstehen wollen

Der Mensch als Maschine

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Wir sind so an Maschinen gewöhnt, dass wir zunehmend denken, wir würden genauso funktionieren. Tun wir nicht!

Aber schauen wir uns erst mal an, was wir über die Funktionsweise von Maschinen, d.h. von Geräte wissen?

Auffallend wenig oder sollte ich besser sagen, nichts?

Wer weiß, wie sein Handy funktioniert?

Der Eindruck entsteht, dass man auf den Bildschirm tippt und ein Zeichen entsteht. Wie dieses Zeichen da hinkommt, wissen wir nicht. Dieses einfache Auftauchen verleitet zu der Fehlannahme, dass es entweder keinen Prozess dazwischen gibt, und wenn doch, er keine Zeit braucht. Doch in der Natur brauchen Dinge Zeit. Ein Embryo braucht ca. 9 Monate um lebensfähig zu werden. Das menschliche Gehirn braucht 21 Jahre, um sich voll zu entwickeln. Käse lagert ein halbes Jahr. Wein reift mindestens ein ganzes Jahr. Und eine Grippe dauert (laut Volksmund, das Wissen stammt aus einer anderen Zeit) mindestens drei Tage.

Wie ist das heute mit dem Kranksein? Die meisten Menschen gehen mit dem Input-Output-Denken zum Arzt und sagen: „Gibt mir ein Mittel, das ich nehme und sofort wirkt.“ Dass das nicht funktioniert, wird heutzutage gerne auf Virenresistenz geschoben, doch unser Körper arbeitet nicht so. Der braucht ZEIT!

Das gilt nicht nur für den kranken Zustand. Um gesund zu bleiben, brauchen wir Pausen, Feierabend und Urlaub (ohne Erreichbarkeit). Doch all das wird von vielen Menschen (Angestellten, Selbstständigen und Vorgesetzten gleichermaßen) entweder als Luxus oder als Schwäche angesehen. Aber wir übersehen dabei, dass wir den Schlaf brauchen, damit Abfallprodukte aus unseren Muskeln abtransportiert werden können. Wir brauchen Schlaf, um den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Wir brauchen Schlaf, um die gelernten Vokabeln auch am nächsten Tag zu erinnern. Wir brauchen Schlaf, damit unser Immunsystem in Ruhe Krankheitserreger killen kann. Behandeln wir unseren Körper wie eine Maschine, die nach der Reparatur sofort wieder einsatzfähig ist, dann stellen wir schnell fest, dass der Arbeitsweg mit dem Fahrrad zu einem ungeahnten Kraftakt wird. Im Vergleich dazu ist Arbeit am Schreibtisch schon fast erholsam. „Kein Fieber“ ist eben nicht gleich „gesund“!

Doch Regenerieren ist out! Wir gehen krank zur Arbeit und verletzt zum Sport. Im Winter drehen wir die Heizung hoch und laufen im T-Shirt durch die Wohnung. Nachts machen wir das Licht an und sitzen bis 3 Uhr vor dem Rechner. Am Wochenende arbeiten wir durch, und der Freizeitausgleich ist etwas für Weicheier.

Wundert sich noch irgendwer?

Tag- und Nachtrhythmus berücksichtigen heißt, zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen. Im Winter sind wir zurückgezogen, im Sommer unternehmungslustig. Nach einer harten Arbeitswoche braucht es ein entspanntes Wochenende und nach einem Tag am Schreibtisch Bewegung.

Einatmen-Ausatmen, Zeit haben.

Viktor von Weizsäcker (Begründer der psychosomatischen Medizin) spricht für unseren Körper, wenn er sagt: „Gesundheit ist eben nicht ein Kapital, das man aufzehren kann, sondern sie ist überhaupt nur dort vorhanden, wo sie in jedem Augenblick des Lebens erzeugt wird. Wird sie nicht erzeugt, dann ist der Mensch bereits krank.“

Die Tiefenentspannung nach Milton Erickson (Hypnotherapeut) ruft diese Rhythmen wieder ins Bewusstsein. Sie sorgt für Entspannung, die uns in unserem Leben allzu oft fehlt. Entspannen heißt, den Körper in Ruhe seine Arbeit machen lassen.

Das kann sehr erholsam sein!

Wer das mal ausprobieren möchte, findet hier eine Anleitung zur Tiefenentspannung: Ebbe und Flut von Tiefenkontakt).

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Autor: Regine

Seit 2011 biete ich Kurse in Gewaltfreier Kommunikation in Hamburg an. Meinen Traum, von der GFK leben zu können, habe ich mittlerweile losgelassen und freu mich an der nebenberuflichen Tätigkeit. Der Stress, den Unterhalt zu verdienen, ist weg und die Begeisterung für die GFK und diese schöne Arbeit ist wieder da. Was mich an dieser Kommunikationstechnik so begeistert, ist, dass sie einem neue Erkenntnisse über sich selbst schenkt und eine echte Hilfe ist, die „merkwürdigen“ Dinge, die andere sagen und tun, auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Mein absolutes Steckenpferd ist das Rollenspiel von aktuellen Konflikten. Ich kenne nichts, was näher an einem echten Gespräch heranreicht und auch nichts, was so eine Wirkung entwickelt, obwohl nur eine Konfliktpartei anwesend ist. Erstaunlich oft lösen sich nach dem Rollenspiel Konfliktsituation von alleine auf. Und immer bietet es die Gelegenheit, einen Konfliktverlauf zu erleben, den man so nicht hat vorstellen können. Neben dem Forschen nach Bedürfnissen, versuche ich die Gefühle und Urteil auszuloten. Für mich ist nichts ist so wichtig, wie den Mensch als Ganzes anzuerkennen, mit allen Kanten, unerlaubten Gedanken, Gefühlen und Veränderungswünschen.

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