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Kann man durch Träumen sein Leben verändern?

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Manche Workshops versprechen das, aber ich habe meine Zweifel. Ich tagträume viel und manchmal fast den ganzen Tag. Aber dass sich dadurch mein Leben verändert hätte, konnte ich noch nicht feststellen. Auch mache ich mir manchmal Sorgen, dass ich mein wirkliches Leben verpasse.

Doch kann ich das wirklich sagen? Verändert sich wirklich nichts? Hier mein Versuch einer objektiven Überprüfung:

Tatsächlich hat mein Leben wenige Elemente, die man sich normalerweise wünscht. Ich habe kein Haus, keine Familie, keinen festen und geradlinigen Werdegang, aber all das habe ich mir auch nie erträumt! Stattdessen träume ich von spannenden neuen Projekten, einer intensiven Beziehung, die dennoch noch Raum für eigenes und Abenteuer lässt und vielem mehr. Das passt im weiteren Sinnen zu meinem Leben. Die letzten Jahre habe ich damit verbracht, meine beruflichen Träume umzusetzen und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Auch habe ich versucht eine Beziehung zu leben, die nicht den Konventionen entspricht. Vielleicht hätte mir all das gelingen müssen, um zu behaupten, dass Träume die Wirklichkeit verändern. Nach meinem Dafürhalten ist es mir aber nicht gelungen. In Träumen gelingt alles – in Wirklichkeit vielleicht 10%, wie will man da wissen, ob es wirkt?

Zu langes und intensives Träumen halte ich für eher hinderlich. Es ist zwar erholsam, aber gleichzeitig erzeuge ich haushohe Erwartungen. Ich brauche die Rückkopplung mit der Welt, um mein Leben tatsächlich zu verändern. Ich muss austesten, was passiert, wenn ich das oder jenes mache. Mache ich diesen Check nicht und träume ich stattdessen weiter, dann wird die Diskrepanz zwischen innen und außen immer größer und die Chance meine Träume zu verwirklichen, immer geringer.

Workshops der Art von „Träume dir dein Leben“ sind wahrscheinlich für Realisten, die nicht träumen. Für Menschen, die so in der Wirklichkeit verankert sind, dass sie nur diese sehen können und nichts darüber hinaus. Für Menschen, die beim Phantasieren schnell sagen: „ Alles Hirngespinste, das kann man sowieso nicht umsetzen.“ und sich dann wundern, dass ihr Leben so wenig eigene Elemente enthält. Denen möchte ich als routinierte Träumerin den Hinweis geben, dass es nicht ums Umsetzen geht. Es geht um die Freude an der Vorstellungskraft: „Wie könnte mein Leben sein, wenn…?“ „Wie wäre ich, wenn…?“ „Wie wäre meine Arbeit?“ „Wie wäre meine Beziehung?“ Es geht nicht um die Machbarkeit, sondern um das reine Vergnügen am Wünschen.

Diese Beschreibung versöhnt mich gerade mit meiner Träumerei.

Würde ich nur in der Realität leben wollen?

Nein, auf keinen Fall. Ich würde so viel verpassen! Ich verzichte seit Jahren auf Fernsehen, weil meine „Sendungen“ einfach besser sind.

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