Tiefenkontakt

fühlend verstehen wollen

Die Krux mit dem Selbstvertrauen

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Ich habe oft gehört: „Selbstvertrauen hat man oder man hat es nicht.“ Doch nach meiner Erfahrung ist Selbstvertrauen keine Frage des Habens, sondern des Erwerbens. Man könnte auch sagen, der Entwicklung.

Doch zunächst möchte ich auf das Vertrauen eingehen, welches die Voraussetzung für Selbstvertrauen ist. Vertrauen braucht Zeit. Und es ist nichts, was man für immer hat. Es wächst mit angenehmen Erfahrungen, aber auch mit Konflikten und dem Bewältigen von schwierigen Situationen. Vertrauen macht den Unterschied zwischen einer neuen und einer langjährigen Beziehung. In der neuen Beziehung zehren die frisch Verliebten von ihrem Vertrauensvorschuss, während die letzteren aus Erfahrung wissen, dass sie Freuden und Krisen gemeinsam bestehen können. Klagt jemand früh in der Beziehung über mangelndes Vertrauen, dann sind schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit im Spiel. Einerseits kann es sein, dass die Person nicht glauben kann, dass es andere Menschen gut mit ihr meinen. Ist das so, dann tut man sich selbst und dem anderen einen Gefallen, wenn man sich die Zeit lässt, nach und nach Vertrauen zu fassen und neue Erfahrungen zu machen.

Andererseits kann es begründet sein, dass jemand sein Vertrauen zurücknimmt. Dann geht es darum zu prüfen, welche Menschen man in seiner Nähe haben will, und den Mut zu finde, die auf Distanz zu halten, die einem nicht gut tun.

Das heißt, es ist für jeden wichtig, zu prüfen, wer unser Vertrauen verdient. Dies tun wir mehr oder weniger unbewusst und meistens durch Fragen wie: Geht der Mensch rücksichtsvoll mit mir um, wenn ich ihm etwas Persönliches erzähle? Wie redet er vor anderen über mich? Glaubt er, dass ich mein Bestes gebe? Ist sie da, wenn ich sie brauche? Drückt sie ihre Wertschätzung aus? Kann ich es spüren, dass er mich mag oder liebt? Steht er zu seinem Wort?

Klage ich über mangelndes Selbstvertrauen, dann ist es an der Zeit mir selbst die gleichen Fragen zu stellen:

Gehe ich rücksichtsvoll mit mir um, wenn es mir schlecht geht? Wie rede ich vor anderen von mir? Glaube ich, dass ich mein Bestes gebe? Bin ich für mich da, wenn sonst niemand da ist? Hole ich mir Hilfe, wenn ich selbst nicht für mich da sein kann? Drücke ich meine Wertschätzung aus, sodass ich spüren kann, dass ich mich mag oder gar liebe? Und stehe ich mir selbst gegenüber zu meinem Wort?

Als ich mir diese Fragen das erste Mal stellte, musste ich ziemlich schlucken. Mir ist es oft passiert, dass ich mir vornahm: „Heute mache ich früher (17 Uhr) Feierabend.“ Und als es dann soweit war, änderte ich die Abmachung in: „Das musst du auch noch machen, vorher hast du nicht genug geleistet.“ Macht man das regelmäßig mit sich, dann schlägt das aufs Selbstvertrauen. Indirekt sage ich mir selbst: „Ich bin nicht wichtig. Ich bin es nicht wert, dass ich mir selbst gegenüber Wort halte.“ Das kränkt. Genau wie früher, als andere uns gegenüber ihr Wort brachen. Nur jetzt machen wir es selbst. Wir hauen in die altbekannte Kerbe. Aber das müssen wir nicht. Man kann lernen, sich selbst gegenüber Wort zu halten. Schreibe auf, was du dir versprichst. Und dann bestehe auf der Vereinbarung.

Du darfst mit dir genauso gut umgehen wie mit anderen.

Autor: Regine

GFK-Trainerin und vieles mehr.

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