Tiefenkontakt

fühlend verstehen wollen


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Gewaltfreie Missverständnisse – Teil 2

Wer sich mit GFK beschäftigt, weiß, eine Lösung hat nur bestand, wenn sie grundlegend die Bedürfnisse von beiden Parteien berücksichtigt. Doch viele Leute glauben einfach nicht, dass es Mitmenschen gibt, die wirklich an ihren Bedürfnissen interessiert sind. Sie tun stattdessen deren Interesse sarkastisch ab, ist doch das folgende Vorgehen für sie ungewohnt: „Ich sage dir, worum es mir geht (meine Bedürfnisse) und du sagst mir, worum es dir geht (deine Bedürfnisse), und dann suchen wir nach etwas, was für uns beide passt. Wenn ich deine Bedürfnisse nicht kenne, wie soll ich sie berücksichtigen?“ Wenn der GFKler fragt: „Was ist dir denn daran wichtig?“ hört der GFK-Fremde: „Rechtfertige dich!“ – Schade um den wohlgemeinten Versuch gemeinsam eine Lösung zu finden.

Vielleicht hilft es, wenn du deinem Gesprächspartner erklärst, was du da machst und warum. Besonders dann, wenn er dich noch mit anderen Kommunikationsgewohnheiten kennt.

Auch das unerwartete Mitgefühl kann beängstigend wirken. Da steht jemand (GfKler) vor einem und benennt Bedürfnisse, die einen berühren, von denen man aber nicht wusste, dass man sie hat. Schutzlos und nackt streitet man alles ab, hat man doch oft Jahre damit verbracht, genau dieses Bedürfnis zu verstecken. Da nützt es gar nichts, wenn der GFKler erzählt, wie viel es ihm geholfen hat, als er empathisch gehört wurde.

Hat jemand plötzlich Tränen in den Augen, dann kannst du davon ausgehen, dass du die richtigen Gefühle und Bedürfnisse erraten hast. Schlägt er dann aber unerwartet verbal zurück, waren es die, die er nicht zeigen wollte. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass GFK Nähe schafft und nicht jeder damit umgehen kann/will. – Missverständnisse sind menschlich und lassen sich nicht immer vermeiden. Soll heißen, sei nicht so streng mit dir, wenn es mal nicht nach Lehrbuch läuft.

Kennst du noch mehr solcher Schwierigkeiten im Einsatz der GFK, dann schreib mir doch. Ich bin an Erfahrungen zu diesem Thema interessiert.

Hier (oder im nächsten Beitrag) liest du mehr zum Thema „Empathie“.

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Veränderung leicht gemacht


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Gewaltfreie Missverständnisse – Teil 1

„Für meine Bedürfnisse einstehen“ und echtes Mitgefühl widerspricht sich nicht. Es ist sogar der Königsweg, den Marshall Rosenberg mit der Gewaltfreien Kommunikation vorschlägt. Doch die Balance zwischen den beiden Strängen zu halten, will gelernt sein. Z.B. gibt es Menschen, die die GFK lerne und anwenden aus dem Wunsch heraus andere nicht zu verletzen. Nehmen wir an, Anna wäre so ein Mensch. Doch Anna zeigt ihre Wut selten und schreit andere Menschen so gut wie nie an. Es besteht also keine Gefahr, dass sie zu einer übermäßigen Anwendung von Wut tendiert. Im Gegenteil, sie braucht die Aggression, um für ihre Mitmenschen als Mensch mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen zu werden.

Da passiert Folgendes: Eines schönen Tages nimmt Annas Tochter Tina ungefragt die Seidenbluse ihrer Mutter, die diese am Tag darauf mit einem dicken Fettflecken in der Wäsche wiederfindet. Anna ist richtig wütend. Sie beruhigt sich etwas mit dem GFK-Selbstklärungsprozess und spricht dann mit ihrer Tochter.

Beachte! Viele Menschen glauben, Gewaltfreiheit würde bedeuten, nie Wut zeigen zu dürfen. Das stimmt nicht! Die GFK sagt, dass hinter der Wut auch noch andere Gefühle stehen und dass ungefilterte Wut das, was man sagen will, nur einseitig und ungenau rüber bringt (weswegen wir oft bereuen, was wir in unserer Wut sagen). Wut kann aber trotzdem sehr sinnvoll sein! Z.B. um wahrgenommen zu werden oder für Klarheit zu sorgen.

Für Anna besteht die Gefahr, dass ihr, wenn sie ihre Wut komplett auflöst, der Impuls fehlt, die Situation wirklich verändern zu wollen. So geht sie mitfühlend auf ihre Tochter ein und erfährt dabei auch Dinge, die sie vorher nicht wusste, wie z.B., dass Tina Angst hatte zu fragen und wie der Fleck auf die Bluse gekommen war. Doch während Anna sich in ihre Tochter einfühlt, vergisst sie ihre Sicht der Dinge. Die Tochter erfährt nie, dass Anna nicht nur wütend, sondern auch verletzt ist, weil sie sich Rücksicht wünscht und außerdem gerne das Vertrauen hätte, dass ihre Sachen sorgsam behandelt werden.

Wenn man regelmäßig Bedürfnisse übersieht und nicht beachtet, wirkt sich das negativ auf die Beziehung aus. Egal, ob es sich um die eigenen Bedürfnisse oder die anderer handelt. Bewusst oder unbewusst lassen wir den anderen dafür bezahlen. Die GFK erinnert uns daran die Bedürfnisse beider zu berücksichtigen. Die Beziehung zwischen Anna und ihrer Tochter wird das vollständige Fehlen von Annas Sicht und ihre unausgesprochenen Wünsche einmal verkraften. Passiert das regelmäßig, wird es zum Problem. Zudem ist die Einseitigkeit nicht der reine Vorteil für Annas Tochter. Diese spürt den unausgesprochenen Wunsch, nimmt ihn aber als Manipulationsversuch war: „Schau, so gehe ich auf dich ein und jetzt schau dir dein eigenes Verhalten an! Du fragst gar nicht, wie es mir geht!“ Das führt früher oder später zu GFK-Verdruss bei Kindern und Partnern. Auch Anna wird zusehends ungehaltener Menschen gegenüber, die nicht von sich aus auf ihre Bedürfnisse eingehen. Doch was fehlt, ist, dass sie ehrlich sagt, worum es ihr geht. Das ist für alle wichtig und auch nicht verletzend, sondern sorgt für Klarheit in der Beziehung.

Lese mehr dazu im nächsten Blog.


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Die Aufgabe hinter den Gefühlen

Wir erzeugen unsere Gefühle selbst! Warum? Um Lebensaufgaben zu meistern. Das behauptet Amana Virani in ihrem Buch: „Gefühle – Eine Gebrauchsanweisung“. Welch spannende Herangehensweise!

Also wie machen wir das?

Wir bewerten eine Situation und passend dazu stellt sich ein Gefühl ein. Meistens geht das so schnell, dass wir den Gedanke bzw. die Bewertung gar nicht mehr wahrnehmen.

Hier ein Beispiel:

Wenn du mich spontan besuchst und ich diesen Besuch als „richtig“ bewerte, dann freue ich mich. Bewerte ich ihn hingegen als „falsch“, dann werde ich wütend. Muss ich deshalb meine geliebte Lektüre unterbrechen, finde ich das „schade“ und werde traurig. Ganz anders fühlt es sich an, wenn ich deinen Besuch „furchtbar“ finde, dann habe ich Angst. Oder mir ist dein Besuch unangenehm, dann beziehe ich es auf mich und denke: „Ich bin falsch“, dann schäme ich mich.

Dass wir eine Situation so oder so bewerten können, entgeht uns meistens. In der Regel halten wir es für die einzig richtige und damit einzig mögliche Reaktionsweise. Was nicht stimmt! Bewertungen sind von Mensch zu Mensch und von Situation zu Situation unterschiedlich und eben nicht immer richtig (dazu in einem späteren Text mehr).

Doch die Theorie von Amana Virani geht noch weiter. Sie sagt, wir haben diese Gefühle, weil dahinter Kräfte stehen, die wir mobilisieren können, um damit die Aufgabe der spezifischen Situation zu meistern. Und praktischerweise ordnet sie die Kräfte und Aufgaben gleich den Gefühlen zu.

Zum Beispiel sagt sie, dass hinter der Wut die Kraft der Klarheit steht. Und aus der Wut erwächst die Aufgabe zu handeln.

Nehmen wir das oben genannte Beispiel: Wenn ich wütend bin, weil du einfach bei mir hereinschneist und erwartest, dass ich mal eben Zeit für dich habe, dann habe ich in meiner Wut die Kraft, klare Grenzen zu setzen. Und meine Aufgabe ist es, meinen Worten auch Taten folgen zu lassen, also zu handeln. D.h. nicht nur zu sagen, dass ich das nicht in Ordnung finden, sondern dich auch zu bitten, jetzt zu gehen und das nächste Mal vorher anzurufen.

Doch meine Bewertung „Das ist falsch!“ ist nicht an das, was du tust, gekoppelt. Das wird deutlich, wenn ich an einem anderen Tag auf deinen spontanen Besuch mit Freude reagiere. Dann sage ich innerlich „ja, das finde ich richtig“. Die Kraft hinter der Freude ist die Anziehung in beide Richtungen. Wenn ich mich freue, bin ich anziehend, und was mich freut, zieht mich an. Auch dieses Gefühl hat eine Aufgabe, nämlich „wertzuschätzen“. Es geht darum zu sagen, wie sehr ich deinen Besuch genieße. Und wie oft im Leben vergessen wir diese Aufgabe?

Wieder eine andere Bewertung könnte sein, dass ich es „schade“ finde, wenn du spontan in meiner Tür stehst, weil ich jetzt das Buch nicht zu Ende lesen kann. Dann bin ich traurig. Auch die Trauer hält eine Kraft und eine Aufgabe bereit. Die Kraft ist die Liebe. Die Liebe hält das in Ehren, was uns lieb und teuer ist und sei es eine Geschichte, die uns fesselt und nicht mehr los lässt. Und nur die Liebe hat die Kraft zu akzeptieren, dass wir das, was wir so sehr wollen, nicht haben können. Und somit ist die Aufgabe der Trauer (Traurigkeit), das Unerreichbare anzunehmen.

Eine andere Energie entsteht, wenn du plötzlich in meiner Tür stehst und ich das „furchtbar“ finde, weil ich das Geld, was ich dir schulde, nicht habe. Dann habe ich Angst. Die Dringlichkeit in der Angst ist gut spürbar, besonders weil wir die ihr innewohnende Kraft der Kreativität jetzt so sehr brauchen. In diesem Moment ist es die Aufgabe eine noch nie dagewesene neue Lösung aus dem Hut zu zaubern, sprich eine echt schöpferische Leistung zu vollbringen. Das erklärt die ein oder andere Notlüge. Nur dass Angst dahinter steht, würden die meisten nicht vermuten.

Abschließend noch ein Gefühl, was nicht auf der Bewertung der Situation, sondern auf der Bewertung der gesamten Person beruht und damit sehr unangenehm ist. Es ist die Scham. Die Scham sagt: „Ich bin falsch!“ Zum Beispiel: Ich bin falsch, weil mein Bad so dreckig ist oder meine Wohnung zu klein/schäbig/unordentlich.

So unwahrscheinlich es klingen mag, auch die Scham stellt mir eine Kraft zur Verfügung. Die Kraft heißt Demut. Wir brauchen Demut, um zu erkennen, dass wir fehlbar sind und Schwächen haben. Und die Aufgabe hinter der Scham ist es darüber nachzudenken (Selbstreflexion), wie wir selbst sind, wie wir sein wollen oder sein sollten.

Amana Virani sagt, dass in der Scham alle anderen Gefühle enthalten sind. Mit Hilfe von Selbstreflexion können wir das dahinterliegende Gefühl erkennen und uns dessen Kraft zu Nutze machen.

Gehe ich durch die Scham und nutze ich die Demut, um meine Fehlbarkeit zu akzeptieren, dann kann ich im Nachdenken über die Situation eines der vier obengenannten Gefühle entdecken.

Zum Beispiel: Erst schäme ich mich und dann spüre ich die Wut auf mich selbst. Hier kann ich zu dem Bewusstsein kommen, dass ich es völlig unakzeptabel finde, meinen Besuch ins Bad zu lassen. Eine Handlung könnte sein, den Gast zu bitten, im Wohnzimmer Platz zu nehmen, während ich über das Waschbecken wische. Hauptsache, es passiert etwas. Das ist Wutenergie!

Oder ich schäme mich und erkenne dahinter meine Traurigkeit, weil ich feststelle, dass ich nicht so ordentlich bin, wie ich es gerne wäre. Wenn ich mir liebevoll begegnen, dann kann ich mein Selbstbild korrigieren und in Zukunft anderen gegenüber, meine „unordentliche“ Seite eingestehen.

Oder ich schäme mich und habe Angst (was soll er von mir denken) und dann reagiere ich mit einer kreativen neuen Lösung, lasse ich dich gar nicht eintreten und sage: „Ich wollte gerade in ein Café um die Ecke gehen, willst du nicht mitkommen?“

Oder ich schäme mich, und dann freue ich mich, weil ich jetzt den Anreiz habe, das Bad zu putzen.

Wenn wir das dahinterliegende Gefühl entdecken, dann hilft es uns aus der Starre, in die uns die Scham oft hinein katapultiert. So können wir eine Position und einen Umgang mit der Scham finden, der uns wieder zu unserem Selbstwert führt.

Ich finde es immer wieder spannend, mich dabei zu beobachten, wie ich mit dem einen oder anderen Gefühl umgehe. Dabei hilft mir die meditative Haltung, die Dinge ohne Bewertung zu betrachten. Mit diesem Bewusstsein kann ich auch unangenehme Gefühle richtig finden. Und die Aufgaben und Kräfte nutze ich als Wegweiser, wie es für mich am besten weitergeht.

Ebenso erklärt diese Theorie auch die Freude, die viele Yogis und Meister durch und bei der Meditation beschreiben. Es ist die Freude, die entsteht, wenn man sagt: Das, was ist, ist richtig!

Gefühl Interpretation Kraft Aufgabe Schatten Element
Wut „Das ist falsch“ Klarheit Handlung Zerstörung Feuer
Trauer „Das ist schade“ Liebe Annahme / Akzeptanz Passivität Wasser
Angst „Das ist furchtbar“ Kreativität Schöpfung (Neues) Lähmung Erde
Freude „Das ist richtig“ Anziehung, Verbindung Wertschätzung Illusion Luft
Scham „Ich bin falsch“ Demut Selbstreflexion Lernen Selbstzerfleischung Äther


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Über das „Recht haben“

In GFK-Seminaren wird gerne der Satz zitiert: „Willst du Recht haben oder glücklich sein.“ Ich habe den Satz nie ganz verstanden, weil ich zu viele Leute kenne, die es glücklich macht, wenn sie Recht haben. Was ist damit gemeint?

Es bedeutet, dass das Glück (=die Verbindung) für den Gewinner dann aufhört, wenn der, der unrecht hat, sich innerlich zurückzieht. Was besonders dann passiert, wenn es nicht um die Sache, sondern um „wessen Meinung zählt hier eigentlich mehr“ geht. Dann verliert der Gewinner die Verbindung und der Verlierer verliert die Wertschätzung (auch sich selbst gegenüber, sonst wäre es ja nicht so entscheidend gewesen, Recht zu haben). Unrecht zu haben ist meistens mit Scham und Rückzug verbunden und deshalb (im Sinne der GFK) dem Glück (=Verbindung) nicht zuträglich.

Nichts desto trotz kenne ich eine Form von „Recht haben“, die ich für sehr sinnvoll halte. Zum Beispiel das Recht auf das alle Befreiungsbewegungen pochen. Egal, ob es um Frauenrechte oder Kampf gegen Rassismus und Klassenunterdrückung geht, in diesen Bewegungen war/ist es wichtig, ein Unrechtsempfinden bei den Betroffenen zu kultivieren. Über das Unrechtsempfinden („Das ist falsch!“) wird gezielt Wut geschürt, um den Mut zu finden, gegen Jahrtausende alte Traditionen von Herrschaft aufzubegehren und eine gesellschaftliche Veränderung zu erreichen. Die Frage: „Was ist (ge-)recht?“ war geschichtlich und gesellschaftlich ein entscheidender Entwicklungsschritt, weil seither nicht mehr der gewinnt, der am meisten Macht hat (und damit der Stärkste ist), sondern der, der Recht hat. Damit haben alle sozial Schwachen ein Mittel in der Hand, öffentlich für sich einzutreten. (Sollte trotzdem der Stärkere gewinnen, dann ist dem Verlierer zumindest die öffentlich Empörung über dieses Unrecht sicher).

GFK geht einen Schritt weiter und damit über das Recht hinaus. Sie fragt nach den Bedürfnissen aller (unabhängig der rechtlichen Lage). Dass sie aber über das Recht hinausgeht, heißt nicht, dass man auf die Entwicklung, für das eigene Recht einzustehen, verzichten kann. Habe ich dieses „innere“ Recht nicht, werde ich im Namen des Mitgefühls mit meinen Bedürfnissen zurückstehen. Das kann vorüber gehend sehr erfüllend sein, täuscht aber nur über ein vorhandenes Ungleichgewicht hinweg (deine Bedürfnisse sind wichtiger als meine). Es bleibt die Notwendigkeit, für mich einzustehen. Kann ich das nicht, dann stellt es eine Entwicklungsaufgabe da, das eigene Recht zu erkämpft. Mich dabei für die Bedürfnisse anderer zu interessieren, kann bremsend wirken, (Rosenberg bezeichnet diese Phase als Rebellionsphase). Bevor ich die Bedürfnisse aller im Blick haben kann, muss ich zu meinen stehen.

Wohingegen Menschen, die daran glauben, dass nur die Bedürfnisse der Starken, Mächtigen und im Zweifel ihre eigenen zählen, es entweder für vertane Zeit halten, sich ihre Bedürfnisse überhaupt bewusst zu machen (dann tauchen sie in der GFK-Szene gar nicht erst auf) oder die GFK als Mittel sehen, andere für sich einzunehmen (Manipulation). Auch hier bleibt der GFK-Prozess einseitig. Diesmal sind die eigenen Bedürfnisse wichtiger als die der anderen.

Um die GFK in ihrer vollen Schönheit und Menschlichkeit leben zu können, müssen wir unsere eigene Entwicklung vollständig gehen. Eine Überbetonung der eigenen Bedürfnisse (Selbstausdruck) ist genauso hinderlich wie eine Überbetonung der anderen Bedürfnisse (Empathie), da GFK nur GFK ist, wenn (im Namen der Verbindung) die Bedürfnisse aller zählen.


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Die Wolfsshow – Was ist das?

Die Wolfsshow geht den 4 Schritten der GFK voran. Im Grunde ist sie ein gedankliches, verbales oder schriftliches Abreagieren auf einen Vorfall, der einen emotional mitnimmt. Ausgesprochen (oder aufgeschrieben) wird alles, was einem in den Kopf kommt; Verurteilungen, Verwünschungen, Beschuldigungen, Gefühle, Bedürfnisse etc., alles, was da ist. Wobei der Schwerpunkt auf den Urteilen gegenüber der auslösenden Person und / oder sich selbst gegenüber liegt.

Marshall Rosenberg sagt dazu: „Lean back and enjoy the Jakalshow!“ Man muss dazusagen, das ist die hohe Schule in der GFK. Ich kann bis zum heutigen Tage die Wolfsshow weder genießen (es sei denn, ich mache sie stellvertretend für andere) noch mich innerlich zurücklehnen und sie von einer distanzierten Warte aus ansehen. Schon gar nicht gleich nach dem auslösenden Ereignis. Mich zieht es meistens voll rein und es ist gut, mir zu sagen: „Das ist nicht die ganze Wahrheit. Nur ein Teil davon und selbst der ist noch zu überprüfen.“

Erst wenn die Anfangswut verraucht ist, geht es darum, eine neutrale Beobachtung (Schritt 1 der GFK) zu formulieren.

Siehe auch „Über den Sinn der Wolfsshow